Spieletest für das Spiel: INKOGNITO
Hersteller: Winning Moves             
Preis: 30 Euro
empf.Alter: 10-              
Anzahl Spieler: 3-4
Erscheinungsjahr: 2001      
noch erhältlich: Ja
Autor: Leo Colovini, Alex Randolph
Besonderheit: Sonderpreis schönes Spiel 1988
Veröffentlichung des Berichtes: April 2008
Kategorie: Deduktionsspiel
Bewertungsbild Inkognito-Pressefoto

Ausstattung: 1 Spielbrett, 16 Spielfiguren in 4 Farben, 1 Menetekel, 1 Botschafter-Figur, 4 Reisepässe, 1 Aufzeichnungsblock, 4 Spieler-Kartensätze, 12 Geheimkarten
Aufmachung: Das Spielbrett zeigt die Lagunenstadt Venedig mit einer Vielzahl von Orten, zwischen denen Linien entlang verlaufen. Die Startpunkte der Spielfiguren sind dabei besonders markiert. Einige Felder haben außerdem eine Ziffer.
Jeder Spieler besitzt einen Satz von Spielfiguren. Jede Figur eines Satzes hat eine besondere Form.
Das Menetekel stellt den Bewegungsmechanismus des Spiels dar. Es hat drei Öffnungen, in die farbige Kugeln rollen können und dadurch vorgeben, ob und wie ein Spieler eine eigene Figur oder den Botschafter bewegen kann.
In den Reisepässen stehen die möglichen Kombinationen, die man über die Geheimkarten abbilden kann und wer dann der Agent ist, den es entweder zu schützen oder zu jagen gilt. Notizen macht man sich dabei auf einem Blatt des Aufzeichnungsblock.
Für jeden Spieler gibt es einen Satz von Spielkarten. Diese zeigen die vier unterschiedlichen Namen im Spiel und die Silhouetten der Figuren. Auch auf den Geheimkarten sind diese Merkmale, außerdem noch ein Codebuchstabe, um das Missionsziel teilweise zu definieren.
Ziel: Vier Agenten tummeln sich in den Straßen von Venedig, und sie alle wissen nur wenig voneinander. Es gilt, herauszufinden, wer welche Person repräsentiert und wie diese Person aussieht. Man versucht, seinen Partner herauszufinden, mit dem man dann eine Aufgabe lösen muß, bevor einem das gegnerische Team zuvorkommt.
Jeder Spieler bekommt am Anfang des Spieles ein verdecktes Set an Geheimkarten mit seiner Identität, seinem Aussehen und einem Kennbuchstaben, der später für die Missionswahl wichtig ist. Zusätzlich erhält man noch einen Satz Karten, der alle vier Personen und alle vier Figuren des Spieles beinhaltet und die man ggf. seinen Mitspielern zeigen muß. Dann werden die Spielfiguren auf die Startplätze in Venedig gestellt und der erste Spieler darf das Menetekel schütteln und seine Figuren entsprechend den Markierungen vorwärtsbewegen.
Trifft man nun auf eine Figur eines Mitspielers, darf der Spieler sich von diesem drei Karten geben lassen, wobei mindestens eine dieser Karten eine Identität und eine Karte eine Silhouette zeigen muß. Außerdem muß mindestens eine dieser drei Karten richtig sein bzw. es muß sich um eine der Geheimkarten handeln.
Die Karten notiert man sich auf dem Spielblock und versucht nun immer durch geschicktes Fragen herauszubekommen, wer welche Person ist, um dann mit dieser Person heimlich über den Kartentausch die Mission zu erfahren.
Hat man seinen Partner entdeckt, sollte man diesem seine Geheimkarten bei der nächsten Befragung übermitteln, damit er im Bilde ist und bei einer eigenen Befragung dann auch seinen Kennbuchstaben verdeckt herüberreicht.
Spielende: Wer die Mission des Teams richtig gelöst hat, hat das Spiel gewonnen.
Kommentar: Das Spiel ist am Anfang etwas verwirrend, doch legt sich dies im Laufe der ersten Partie. Das Kombinationsvermögen wird stark beansprucht, da man nie weiß, wer welche Person ist und durch geschicktes Kartenausgeben schon mancher in pure Verzweiflung geraten ist.
Das Material ist toll und der ungewöhnliche Bewegungsmechanismus durch das Menetekel birgt einen hohen Aufforderungscharakter. Da stört es nur ein wenig, daß durch das permanente Schütteln eine gewisse Geräuschkulisse während des gesamten Spiels vorherrscht.
Es ist eigentlich schade, daß dieses Spiel damals nicht den Kritikerpreis zum Spiel des Jahres 1988 erhalten hat, aber das liegt wohl daran, daß das Spiel zu dritt kaum möglich ist. Zumindest macht es keinen richtigen Spaß, da die Person, die keinen menschlichen Mitspieler zur Lösung ihrer Aufgabe hat, einen Vorteil bei ihrer Mission besitzt, denn sie muß nur eine bestimmte Position auf dem Spielbrett erreichen. In der Regel ist dies recht einfach zu bewerkstelligen.
Die Neuauflage orientiert sich sehr am alten Originalspiel, allerdings wurde durch mehrfache Faltung des Spielbretts die Schachtelgröße fast halbiert.
Fazit: Wenn man vier Personen hat, kann man einen ganzen Abend nur mit diesem Spiel verbringen, da es immer wieder neue Zusammenkünfte gibt und die 16 Missionen auch nicht eintönig werden. Hat man jedoch nur drei Personen, kann man das Spiel fast vergessen, der Spaß bleibt leider auf der Strecke.
Wertung: 5 Punkte, da das Spiel mit 4 Personen genial ist.

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(c) Claudia Schlee & Andreas Keirat, www.spielphase.de


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